Blog 2: Arbeitstag in den USA

In diesem Blog zeigen wir euch, wie ein normaler Arbeitstag von uns so aussieht. Dabei könnt ihr uns vom morgigen Aufstehen bis zum erneuten Niederliegen am Abend begleiten. Zudem erfährt ihr noch ein paar Infos bezüglich BühlerPrince. Viel Spass! (Die Englische Version ist auf der nächsten Seite.)

In this blog we will show you what a normal working day looks like for us. You can follow us from getting up in the morning to lying down again in the evening. In addition, you’ll learn a few things about BühlerPrince. Have fun! (The English version is on the next page.)

06:15 Uhr

06:45 Uhr

07:00 Uhr

12:00 Uhr

12:45 Uhr

16:00 Uhr

16:30 – 18:00 Uhr

19:30 Uhr

20:15 Uhr

21:45 Uhr

Morgen

Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht werden wir freundlich von unserer Hausdame «Google Home» geweckt. Nachdem wir uns rasch angezogen haben – Polymechaniker in Werkstattkleider und Konstrukteure in Alltagskleider – gehen wir zum Frühstück hinüber. Dies ist bei allen etwas anders, jedoch gehört meistens Kaffee und / oder Müsli dazu.

Nach dieser Stärkung putzen wir unsere Zähne, nehmen unsere Rucksäcke und Wasserflaschen in die Hand und begeben uns zum Auto. Hierbei fährt abwechslungsweise Michael oder Nico, da nur sie beide die Autoprüfung haben.

BühlerPrince ist von uns zu Hause ca. 10 – 15 min entfernt. Fahren wir also um 06:45 Uhr ab, sind wir pünktlich um 07:00 Uhr an unseren Arbeitsplätzen. Dabei haben Timo und Michael – beides Polymechaniker – ihren eigenen Arbeitsplatz und Nico und David einen identischen, im gleichen Raum platzierten, Arbeitsplatz.

Allgemeine Informationen zu BühlerPrince

Der Name BühlerPrince stammt von der Zusammenführung der Bühler AG und der damaligen IdraPrince AG im Jahr 2005. Die Produkte, welche damals, wie auch heute verkauft und ausgeliefert werden, sind Druckgussmaschinen (Kaltkammer- & Warmkammer-Druckgussmaschinen). Dabei werden von Prince eigens entwickelte Maschinen, sowie auch von Bühler entwickelte Maschinen angeboten. Es werden etwa 50% der Einnahmen durch Customer Support und Revisionen (LCM) gemacht. Die anderen 50% stammen von Neuentwicklungen (R&D).

Arbeit Konstrukteure

Am Arbeitsplatz angekommen, richten wir uns ein und starten mit unserer Arbeit. Entweder haben wir noch welche vom vorherigen Arbeitstag oder wir gehen auf unseren Verantwortlichen, Michael Porter, zu und lassen uns neue zukommen.

Arbeit Nico:
Da ich bisher in der Müllereiabteilung (MSRD3) arbeitete und somit keinerlei Erfahrung im Bereich Druckguss hatte, dachte ich für lange Zeit, dass für mich der Start bei Bühler Prince schwer werden wird. Unbekannte Programme, neue Maschinen und andere Arbeitsweisen, als in der Schweiz erwarteten mich. Mit grosser Vorfreude aber einem etwas mulmigen Gefühl startete ich in die erste Arbeitswoche. Schnell stellte sich heraus, dass letzteres nicht nötig gewesen wäre. Wir (David und ich) wurden in unserem Team sehr gut aufgenommen und erhielten genügend Zeit und Unterstützung, um uns möglichst schnell an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Bei meiner aktuellen Arbeit erstelle ich anhand von alten M2M (Made to Manage) Stücklisten, eine Baugruppe mit Zeichnungen, um die Montage eines komplexen Hydraulikblockes zu vereinfachen.

Bisher wurde dieser durch eine Hydraulikzeichnung montiert, welche nur für Fachpersonen verständlich war.

Arbeit David:
Da ich bei Bühler Uzwil  auch im Druckgussbereich (DF3) arbeite, kenne ich einige der hier verwendeten Programme (UX NX Siemens, SAP) und Maschinen bereits. Das meiste ist aber auch für mich neu: Es werden hier 2 zusätzliche CAD-Systeme (Solidworks, AutoCAD) und ein zusätzliches Schnittstellenprogramm (M2M = Made To Manage) verwendet. Zudem sind die amerikanischen Maschinen anders aufgebaut und werden anders verwaltet als in Uzwil.

Meine aktuellen Arbeiten sind relativ klein und im LCM (Life Cycle Mangament) Bereich: Momentan bin ich gerade daran, mithilfe einer Zeichnung eines Hydraulikblock aus dem Jahr 2000, ein 3D Modell und eine aktuelle Zeichnung zu erstellen. Bisher gab es nur 2D Dateien dieses Blockes, da damals 3D-CADs nicht oder nur selten gebraucht wurden. Zudem entspricht die alte Zeichnung nicht mehr den neuen Normen, weshalb dies auch noch angepasst werden muss.

Nun ist der Anfang geschafft und eine sehr interessante und spannende Zeit steht noch vor uns. Wir freuen uns, weitere Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln zu dürfen.

Arbeit Polymechaniker

Arbeit Michael:
Wenn ich bei meiner Maschine ankomme, ist Jamie schon ungefähr zwei Stunden am Schuften. Er arbeitet mich momentan auf der Fräsmaschine namens Mazak HCN10800 ein. Diese Maschine ist relativ gross, wie ihr auf den folgenden Bildern sehen könnt. Unsere momentane Aufgabe ist es, einen Hydraulikblock zu fräsen. Das Rohmaterial für diesen wog alleine schon ungefähr 700kg.
Nach wie vor ist es etwas verwirrend, die amerikanischen Zeichnungen zu verstehen. Dies vor allem, weil überall andere Masseinheiten benutzt werden und ich diese Masse einschätzen können muss. Mein Arbeitsplatz besteht aus 2 Bildschirmen und einem Computer, auf welchen die Software «Gibbscam» installiert ist. Mit Hilfe von dieser sehe ich auf dem rechten Bildschirm meine momentane Arbeit (als 3D Modell) und der Aufspannung. Auf dem linken Bildschirm sieht man den Werkzeugablauf. Ich kann also immer direkt nachverfolgen bei welchem Werkzeug ich bin, wie tief es ins Teil eindringt, die Drehzahl, den Vorschub und wie es gekühlt wird. Ein Ablauf eines Werkstückes geht folgendermassen: Mit einem Roboter kann ich neue Aufspannlehren in die Fräsmaschine, sowie das neue, zu bearbeitende Werkstück einfügen und mit den Aufspannlehren befestigen. Danach nehme ich alle Nullpunke auf, wechsle auf das entsprechende Bearbeitungsprogramm für das folgende Werkstück, lade es in die Maschine rein und starte den Spahnvorgang. Während dem die Maschine das Programm durchläuft, kann ich die vorherigen Werkstücke am Rüstplatz ausspannen und reinigen.

Arbeit Timo
Nachdem ich an meinem Arbeitsplatz angekommen bin, treffe ich mich mit Joe. Er arbeitet mit mir an derselben Maschine und führt mich an dieser ein. Zurzeit arbeite ich an einer LeBlonde Makino FNC 74. Diese stammt aus dem Jahre 1989 und lässt sich daher schon etwas anders bedienen, als alle Maschinen, an welchen ich bisher gearbeitet habe. Bevor wir mit dem Fertigen beginnen, informieren wir uns, was für den anstehenden Tag zu erledigen ist und legen alle Aufträge bereit.
Weil die Maschine relativ alt ist, muss alles von Hand eingerichtet werden. Dazu kommt die geringe Werkzeugplatz-Anzahl von 20 Werkzeugen, was dazu führt, dass man regelmässig Werkzeuge auswechseln muss. So Fertigen wir dann unsere Werkstücke bis pünktlich um 09:30 Uhr  die Pause durch einen sehr markanten Rington eingeleitet wird. Von 09:30-09:40 Uhr haben wir dann eine kurze Pause. Danach arbeiten wir den Rest vom Tag an diesen Aufträgen weiter und schauen, dass wir dies so gut wie möglich abschliessen können. Um 15:00 Uhr haben wir nochmals eine kurze Pause und können danach noch alles abschliessen. Kurz vor Feierabend Putze ich dann noch meine Maschine und treffe mich mit Michael, um zusammen in Richtung Ausgang zu laufen. Speziell ist zudem, dass die meisten Werkstattarbeiter pro Tag 10 – 12 Stunden arbeiten – deshalb arbeiten die meisten noch weiter in den Abend rein.

Mittag

Es ist Mittagszeit. Bei uns ist es immer etwas unterschiedlich: Manchmal sind wir motiviert und kochen am Vorabend extra viel, damit wir die Resten mitnehmen können; manchmal essen wir schon alles am Vorabend auf; und manchmal gehen wir einfach auswärts essen. Zum Glück ist es hier nicht allzu schwierig etwas zu finden, da ja die US-Esskultur auch in Europa verbreitet ist.

Plus / Minus um diese Zeit treffen wir wieder an unseren Arbeitsplätzen ein und fahren mit der Arbeit fort.

Nach einem spannenden Tag kommt dann auch der wohlverdiente Feierabend. Beginnen tun wir ihn mit regelmässigen Besuchen im Fitness, welches praktischerweise direkt neben dem Bühler platziert ist, vereinzelten Lebensmitteleinkäufen sowie anderen kleinen Erledigungen.

Abend

Um diese Zeit treffen wir normalerweise zu Hause ein. Meistens entspannen wir uns als erstes – das heisst so viel wie etwas zu trinken und/oder essen nehmen und die Zeit mit diversen Aktivitäten zu verbringen. Meistens stehen auch noch Haushaltsarbeiten, wie z. B. Wäsche waschen, Staubsaugen, Küche putzen, usw.  an.

Jetzt steht das Abendessen an: Je nachdem kochen wir gemeinsam eine Mahlzeit oder jeder folgt seinen eigenen Gelüsten und zaubert sich etwas auf den Teller.

Danach geht jeder noch seinen Schulsachen nach: Das heisst wir arbeiten an unseren Hausaufgaben, lernen für Prüfungen oder schreiben an unseren Abschlussarbeiten weiter. 

Müde und erschöpft von einem erlebnisreichen Arbeitstag machen wir uns fertig fürs Bett, spielen ein paar Runden UNO und begeben uns dann ins Bett. Gute Nacht!

Frühstück
Hinfahrt zu BühlerPrince
Büro Engineering Abteilung
Arbeit Nico: Hydraulikblock Baugruppe
Arbeit Nico: Hydraulikblock Zeichnung
Arbeit David: Erstellung neuer Hydraulikblock-Zeichnung im Solidworks
Arbeit David: Korrektur von neuer Zeichnung
Arbeit Michael: Fräsraum der Mazak HCN10800
Arbeit Michael: Gibbscam Software
Arbeit Michael: Modell Hydraulikblock
Arbeit Michael: Zeichnung Hydraulikblock
Arbeit Timo: 20 Werkzeugplätze
Arbeit Timo: Werkstück von aktuellem Auftrag
Zmittag im Buffalo Wild Wings
Lebensmitteleinkauf im Walmart
Gemeinsam Abendessen kochen

3 Kommentare

  1. Hi there! Thanks for sharing your experiences with us! For me as not Buhler related person it is very interesting to follow your explications.
    A third of your time there is almost over – enjoy the rest! Ursi

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